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Online Language Learning

Annes Lerntipps

Posted on May 26, 2011 by

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AnneAnne Matthies leitet das Babbel Support-Team. Seit 1997 lernt sie selbst mit Leidenschaft Fremdsprachen und spricht mittlerweile Italienisch, Englisch, Französisch, Russisch und Chinesisch auf fortgeschrittenem Niveau. Hier fasst sie in elf Tipps zusammen, was ihr beim Sprachenlernen besonders geholfen hat.


1. Mache einen Plan und halte dich nicht daran

“Ich nicht verstehen” versteht jeder. Für einen Urlaub reicht das völlig, bei einem Geschäftstelefonat wäre es peinlich. Sei dir über dein Ziel klar: brauchst du die Fremdsprache für den Beruf oder eine Reise? Zum Angeben, zum Mal-was-anderes-Machen oder zum Mal-was-anderes-Denken? Setze dir Ziele. Mache dir einen Plan, wie viel Zeit du der neuen Sprache widmen und was du als Nächstes lernen möchtest.

Halte dich nicht an deinen Plan.

Du willst heute lieber den Konjunktiv II oder Sternzeichen lernen, obwohl du es gar nicht brauchst? Schweife ab! Genieße deine Exkurse! Fliege! Dein Plan ist eine Krücke, wenn dir die Flügel lahm werden. Du brauchst ihn nur, wenn dir nichts anderes einfällt. Ändere ihn, wann immer du möchtest.


2. Lass dir mit dem Sprechen Zeit (wenn du Zeit hast)

Wenn du keinen Zeitdruck hast, sprich erst in der anderen Sprache, wenn du es wirklich möchtest. Vorher höre einfach nur zu. Irgendwann wird es aus dir heraussprudeln, irgendwann kannst du gar nicht anders, als diese seltsamen Laute nachzusprechen.

Wenn ein Wort ohne jeden Druck von außen in dir selbst entsteht, ist es ganz dein. Ich werde nie vergessen, wie ich völlig unerwartet nach monatelangem Nur-Hören plötzlich in der Badewanne Chinesisch geredet habe. Lass dir diesen Kick nicht entgehen.


3. Dein Lerntyp ändert sich ständig

Gerne wird von auditiven, visuellen und anderen Lerntypen gesprochen. Du bist mal mehr das eine, mal das andere. Dein Lerntyp wechselt wie deine Laune. Entwickle ein Gespür dafür, was dir gerade am besten liegt. Einmal möchtest du am liebsten die Augen schließen und nur lauschen. Mal springen Bilder und Buchstaben dich geradezu an. Ein anderes Mal möchtest du alles selber malen, aussprechen, schreiben oder singen. Und manchmal willst du alles gleichzeitig.


4. Lerne von Anfang an Redewendungen

Sprichwörter und Redewendungen sind das Salz in der Fremdsprachensuppe. Suche dir von Anfang an idiomatische Wendungen heraus, die dich besonders amüsieren. Stelle dir “laid back”, “down to earth”, “auf dem Teppich bleiben” bildlich vor. Wortwörtliche Übersetzungen machen auch sonst selten Sinn – aber oft ziemlich Spaß. „Er macht kalt“ sagen Franzosen wörtlich für „es ist kalt“. Lach dich kaputt, erzähl es deinen Freunden. Es gibt dir ein Gefühl für die Sprache, macht dich reicher und hält dich bei Laune.


5. Sei du selbst

Schränke dein Lernen nicht auf vorgegebene Situationen ein. Worüber redest du in deiner Muttersprache? Was interessiert dich? Was regt dich auf? Wie du etwas in deiner Lernsprache sagst, kannst du dir viel leichter merken, wenn du es wirklich sagen willst.


6. Geh auch mal weg vom Computer

Flashcards und Wiederholmanager sind super. Aber schalte manchmal auch deinen Rechner aus und versuche, dich auch ohne Computer zu erinnern, was du gelernt hast. Baue dir Gedächtnisstützen in deinem Kopf. Lass dir Zeit dafür. Manchmal ist ein Wort erst nach ein paar Minuten “wieder da”. Du wirst sehen: was du ganz aus dir allein hervorbringen musst, klebt noch einmal ganz anders in deinem Hirn.


7. Sperr dich nicht ein

Wenn du immer auf dem selben Sessel die immer selben Phrasen lernst, bist du wahrscheinlich aufgeschmissen, wenn du sie auf offener Straße wiederholen sollst. Nimm deine Fremdsprache in Gedanken überall hin mit. Bestelle dein Lieblingsessen auch in deinem Stammlokal in deiner Lernsprache. Wenn du U-Bahn fährst, stell dir vor, du hättest keine Fahrkarte und müsstest es einem Kontrolleur erklären.


8. Singe!

Grammatik lernt sich ganz wunderbar über Pop-Songs. Suche dir Ohrwürmer in deiner Lernsprache heraus. Höre und singe, mit und ohne Kopfhörer, unter der Dusche, im Auto und auf dem Fahrrad.


9. Inszeniere dein eigenes Sprachbad

Du lernst Französisch? Mach dir einen französischen Tag! Höre französisches Radio, sieh französische Filme, koche französisch, lies eine französische Zeitung und suche deine neuesten Vokabeln auf google.fr. Mach dir nichts draus, wenn du nur einen Bruchteil verstehst. Klebe Haftnotizen mit der französischen Bezeichnung an alle Gegenstände in deiner Wohnung, führe Selbstgespräche und kommandiere dich selbst auf Französisch herum.


10. Trau dich, Fehler zu machen!

Nichts hindert dich mehr am “Fremdsprechen” als zu früher Perfektionismus. Habe Mut, alles falsch zu machen, und schreibe, singe oder plappere einfach drauf los. Ein neuer Ausdruck wird nur dein, wenn du ihn verwendest. Ob du ihn von Anfang an richtig verwendest, spielt dabei gar keine Rolle. Aus deinen eigenen Fehlern wirst du unglaublich viel lernen, du musst dich nur trauen, sie zu machen.

Wenn dir das schwer fällt, erinnere dich daran, wie charmant Akzente, falsche Aussprache, unkorrekte Grammatik bei anderen sind. Wie schade du es findest, wenn deine französische Freundin plötzlich akzent- und fehlerfrei Deutsch spricht.


11. Gib nicht auf

Eine neue Sprache lernen fühlt sich manchmal an wie reiner Masochismus. Wie schnell man alles wieder vergisst! Jetzt hast du schon wieder seit Tagen nichts gemacht! Du hattest dich so gefreut, was du schon kannst, und jetzt verstehst du nur Bahnhof!

Das gehört alles dazu und ist völlig in Ordnung. Lass dich davon nicht unterkriegen. Klage, jammere, fluche. Aber höre nicht auf. Du wirst auch wieder kichern, plaudern und jubeln. Eine neue Sprache ist eine neue Welt. Erobere sie dir genüsslich.


Und du? Was hältst du von Annes Tipps? Was beflügelt dich beim Lernen? Mach mit bei unserer Umfrage und sag uns deine Meinung: Zum Fragebogen

Die Umfrage ist abgeschlossen. Hier die ersten Ergebnisse.

Dieser Post auf: Englisch (English), Französisch (Français), Spanisch (Español), Italienisch (Italiano)

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Comments

Hallo Anne
tolle Tipps, sehr spritzig geschrieben. Ich möchte noch einen Tipp dazu geben:
Lesen Sie ein Buch in der Zielsprache, wenn sie schon einige Stunden gelernt haben.
Lesen Sie ohne Rücksicht darauf, ob sie etwas verstehen. Wenn Sie mit dem Buch fertig sind, lesen Sie von vorne und staunen Sie , wie viel Sie gelernt haben. Der Tipp ist sehr alt und stammt von einem Herrn Teichmann

lg
Angelika

J’ai 58 ans et je continue d’apprendre des langues à l’université. Cette année j’ai démarré le russe et j’en suis à ma 3eme année de norvégien.Jeune j’ai appris l’anglais , l’espagnol et j’ai suivi mes études en allemand. J’ai lu ce que vous avez écrit et je suis tout à fait d’accord. il est très rare de trouver des personnes intéressées par les langues et je suis contente d’avoir pu vous lire. merci

brigitte langevin ( sur facebook)

Hallo, ich heisse Rafa, und komme aus Spanien, aus Cordoba, aber ich wohne in Sevilla.Seit drei Jahren lerne ich Deutsch an der Sprachschule der Universität. Ich habe gerade deine Lerntips gelesen, die ich sehr interessant gefunden habe. Danke ¡¡¡ und viele Grüsse aus Spanien.

Finde dass es ein ganz natuerliches Lernen ist und muss Ihnen sagen, dass Songs, Buecher (auch Krimis) und Filme die gesunde Logik anspannen und somit wie Kleinkinder die Sprache lernen.

Tschuess, viel Glueck, Evelyn

Finde dass es ein ganz natuerliches Lernen ist und muss Ihnen sagen, dass Songs, Buecher (auch Krimis) und Filme die gesunde Logik anspannen und somit wie Kleinkinder die Sprache lehren.

Tschuess, viel Glueck, Evelyn

Hallo Anne,

ja, was soll man sagen, einfach Klasse deine Tipps. Und so schön, wenn man sich plötzlich bewusst wird, wie sehr manche Aspekte auf einen zutreffen, ohne es vorher wirklich geglaubt zu haben. ;-)

Beste Grüße aus Hamburg,
Dirk

Thank you. Excellent!

Liebe Anne,
danke für deine Tipps, die ich meistens irgendwie ganz instinktiv bereits umgesetzt habe. Ich mag stures auswendig lernen überhaupt nicht und habe schon zeitig versucht Kontakt zu Muttersprachlern aufzubauen. Zu Anfang ging es natürlich nicht ohne Wörterbuch und es waren viele Fehler dabei. Aber es hat riesen Spaß gemacht und ich habe dabei interessante Menschen kennengelernt.
Die große Belohnung war dann der erste englisch-sprachige Film und ich war erstaunt, wie gut es ging.
Seit kurzem lerne ich auch spanisch dazu und habe dadurch nochmal einen Sprung nach vorn gemacht. Es lernt sich leichter…
Danke für Eure tolle Arbeit!!! Herzlichst Andrea

Ich finde die Tipps fantastisch und einfach zutreffend! Es stimmt, dass man vieles schon instinktiv macht- es ist aber sehr motivierend und beflügelnd, sich dessen bewusst zu werden. Ich habe vor Jahren angefangen französisch zu lernen und habe kurze Zeit einen Muttersprachler kennengelernt und geheiratet ( was für ein Schicksal :-) ) Ich hab viel nur durch hören, aber letztlich auch durch ” sich einfach trauen” gelernt! Inzwischen spreche ich fließend ( wenn auch nicht immer perfekt!). Der Beitrag motiviert mich, noch weitere Sprachen zu lernen, denn es bereichert das Leben ungemein, wenn man Fremdsprachen spricht! Viele Grüße und Danke für die tollen Tipps!

Ja hallo kann mich den oben geschriebenen Kommentaren nur anschließen,und die Tipps sind echt klasse,habe zum großen Teil genau so Spanisch gelernt,(natürlich auch mit Babbel)bin nicht perfekt aber meine Kollegen verstehn mich.Selbst über ihre Witze kann ich inzwischen lachen,weil ich sie verstehe. :)) Auch von mir
ein großes DANKE an das Babbel Team.
Katharina

Danke Anne,

das sind tolle Tipps, die ich zukünftig gerne für mich aufgreifen werde.

Ich merke es regelmäßig in Sprachkursen, die ich zur Auffrischung oder Vertiefung, insbesondere meiner Englisch und Spanischkenntnisse im Ausland besuche, dass sehr viele der Kursteilnehmer zwar oft ein theoretisch gutes Wissen mitbringen, aber davor zurückschrecken sich mündlich zu äußern, da Sie wohl befürchten sich evtl. zu blamieren und dass hält sie meines Erachtens davon ab, besser zu werden! Also ruhig lieber zwischendurch unbeabsichtigt mal etwas Peinliches oder Witziges sagen! Mag in dem Moment zwar manchmal unangenehm sein, aber die Vokabel sitzt anschließend…;)

Das Singen werde ich mal ausprobieren!

Wolfram

Спасибо большое Анна,
обязательно воспользуюсь Вашими советами.
Я в полном восторге от Babbel.com

Anne, Sie haben recht. Allerdings ist es nicht immer möglich, spielerisch an Fremdsprachen heranzugehen; viele Gastarbeiter müssen Geld verdienen und lernen “Sprachen” on the job. Es würde nerven, zb. auf der Baustelle in fremden Sprachen zu singen oder ständig unartikulierte Laute von sich zu geben. Hier empfehle ich: Kauft ein kleines Sprachbüchlein und lernt in aller Stille zuhause, was ihr für wichtig findet. (Ein altgedienter Allrounder).

Hallo Anne,

das ist super schön, vielen Dank dafür.
Ich fühle mich schon seit langer Zeit vollkommen richtig bei BABBEL um Englisch zu lernen.
Vermutlich, weil diese Philosophie sich mit meiner Lebensweise deckt und das muss ich wohl vom ersten Klick an gespürt haben.

Mit lieben Grüßen

Angela

Many, many thanks Anne, that’s wonderful …

Dear Anne, I find your recommendations wonderful. I have learned several languages: Latin, old Greek, English, French and Spain. I whould have liked to learn the last three modern languages this way. But in this time there was no internet.
Yours sincerely, Gudrun

Super Tipps, die ich (fast) alle unterschreiben kann!

Aber das mit dem “wie lerne ich” ist natürlich auch ein Thema, bei dem man viel weiter in die Tiefe gehen kann.

Viele Grüße, Klaus

dear Anne,
your recommendations are excellent!
I also found the method of reading, even without understanding most words in the beginning, the key for building a vocabulary, and learning grammar and spelling of any language, as mentioned by Angelika. It is the way I learned English.
Michael Elsner

[...] the original post in German. // "Anne’s Language Learning Tips"

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Hallo Anne,
Ich bin mit den Lerntips sehr einverstanden, allerdings finde ich, dass man Babbel noch weiter “aufbohren” könnte. Zum Beispiel habe ich mir Übungen besorgt, um die gelernten Grammatik-Regeln zu üben. Der Tipp, Bücher in der Zielsprache zu lernen, ist wirklich extrem wirksam, allerdings habe ich in allen Sprachen immer mit Büchern für Kinder oder Jugendliche angefangen, das ist einfacher, schon das zweite Buch kann dann für eine normale erwachsene Zielgruppe sein.
Spanisch ist meine erste Babbel-Sprache, aber auch Spanisch lerne ich nicht ausschliesslich mit Babbel.
Ach ja, unseren Kindern haben wir beigebracht, dass sie sich filme in der originalsprache anschauen sollen. Mit den DVD heute ist das kein Problem. Beim zweiten oder dritten Anschauen, kommt der grosse Druchblick; Mit Untertiteln wird alles noch besser!
“Bon courage” für die Weiterentwicklung!
herzliche Grüsse Vivian

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