The Babbel Blog

All posts by James Lane

Wie wir Sprachen lernen: die “Militär-Methode”

Posted on October 8, 2014 by

Audiolinguale Methode

Meine Großmutter hatte in Australien in den späten Fünfzigern Französisch als Schulfach. Jahrelang lernte sie pflichtbewusst die Sprache, doch der einzige Satz, an den sie sich bis heute lebhaft erinnert, lautet:

La plume de ma tante est dans le jardin avec le lion.

Für diejenigen, die nie das Vergnügen hatten, sich mit der französischen Sprache zu beschäftigen: Das lässt sich mit „Der Federhalter meiner Tante befindet sich mit dem Löwen im Garten“ übersetzen. Dieser Satz ist eher ungeeignet, ihn galant in eine ungezwungene Unterhaltung einfließen zu lassen, um es mal vorsichtig auszudrücken. (more…)

Zen und die Kunst eine Sprache zu erlernen

Posted on September 17, 2014 by

Glück, Zen, Sprachen lernen

Im Herzen von Hanoi, Vietnam, gibt es einen See. Viele Straßen führen zu ihm und münden in einem Kreis um ihn herum. Wenn der Abend kommt und die stickige Hitze des Tages langsam aus der Stadt weicht, fahren die Leute auf Motorrollern um den See, immer herum und herum und herum. Sie haben kein bestimmtes Ziel. Manchmal fahre ich mit um den See und spüre den Luftzug auf meinem Gesicht. (more…)

Das Phänomen „la rentrée“

Posted on September 4, 2014 by

die Rückkehr

In Frankreich und Italien ist der Septemberanfang eine Zeit voller Betriebsamkeit, la rentrée oder il rientro– auf Deutsch „die Rückkehr”.

Hierzulande gibt es nichts Vergleichbares: Alle Schüler im ganzen Land beginnen gleichzeitig mit dem neuen Schuljahr. Alle Geschäfte werden wieder geöffnet. Die Menschen kehren an ihre Arbeit zurück. Viele Läden veranstalten einen großen Sommerschlussverkauf. Eine enorme Maschinerie kommt in Gang, wenn das ganze Land gemeinsam die Urlaubsstimmung des Sommers hinter sich lässt und sich mental auf ein neues Geschäftsjahr einstellt. (more…)

Wie der Russischkurs das Licht der Welt erblickte

Posted on July 29, 2014 by

Russischkurs - Barbara Baisi

Die größte Herausforderung beim neuen Russischkurs auf Babbel lag darin, für die Nutzer eine Methode zu finden, kyrillische Buchstaben über eine Standardtastatur mit lateinischen Schriftzeichen einzugeben. Barbara Baisi, Content Project Manager aus unserem Didaktik-Team, gibt uns einen Einblick hinter die Kulissen.

 

Erzählst du uns ein bisschen über dich?

Ursprünglich komme ich aus Italien und arbeite hier schon seit den Anfängen von Babbel, seit 2008. Damals war alles noch ein wenig kleiner. [lacht] Jetzt koordiniere ich Italienisch und Russisch. Wir arbeiten seit Januar an Russisch. Das war eine große Aufgabe für alle Bereiche in unserem Unternehmen.

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Die Verbindung von Träumen und Sprachenlernen

Posted on July 9, 2014 by

Träumen und Sprachenlernen

Hast du dir schon einmal Gedanken gemacht über die Verbindung von Träumen und Sprachenlernen?

Man sagt, wer beginnt, in einer anderen Sprache zu träumen, fängt an, sie zu beherrschen. In den Achtzigern beobachtete der kanadische Psychologe Joseph de Koninck bei seinen Studienteilnehmern, die Französisch lernten, dass jene, die früher in ihren Träumen anfingen, Französisch zu sprechen, schnellere Lernfortschritte machten.

Aber waren sie schneller, weil sie träumten, oder träumten sie, weil sie schneller waren?

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Fußballsprache in Brasilien: Englische Wurzeln treiben portugiesische Blüten

Posted on July 4, 2014 by

Brazilian football language

Die Fußballsprache in Brasilien mit Ausdrücken wie Jogo bonito! oder Golaço! grassiert, seitdem die WM in vollem Gange ist, nicht mehr nur unter beinharten Fans und natürlich den Brasilianern selbst.

Mittlerweile gehören diese Begriffe zum Wortschatz eines jeden Fußball-Fans, der etwas auf sich hält, und spiegeln somit die schillernde brasilianische Fußballkultur und ihren Einfluss auf die ganze Welt wider.

Wenn man den Blick aber ein Jahrhundert zurück auf die Geburt des brasilianischen Fußballs richtet, kann man nicht anders, als den Einfluss einer kleinen Inselnation anzuerkennen, die nur ein einziges Mal die WM gewonnen hat (und im Vergleich zu Brasiliens fünf WM-Titeln daher etwas hinterherhinkt) – England.

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7 Gründe, warum wir Listen lieben – und warum sie schlecht für uns sind

Posted on May 22, 2014 by

Listen

 

Wir mögen Listen, weil wir nicht sterben wollen.

- Umberto Eco, Die unendliche Liste

 

Ein allgegenwärtiges Phänomen besonders im englischsprachigen Internet sind die sogenannten „Listicles”, Artikel, die in Form einer Liste geschrieben sind. Sie lauern überall und ködern Leser mit reißerischen Überschriften wie „6 Gründe, warum Asiaten in der Schule besser sind als IHR Kind” oder „25 Lesben, die wie Justin Bieber aussehen”. (Halt, hier geblieben!)

Es ist Geschmackssache, ob sie einen zum Lachen bringen oder nur einmal mehr demonstrieren, dass die Menschheit dem Untergang geweiht ist. Mit Listicles sind Webseiten wie Buzzfeed, das es demnächst auch auf Deutsch geben soll, sehr groß geworden und beeinflussen wiederum klassische Print-Medien, allen voran die Klatschpresse.

Listen sind das in Text gegossene Abbild eines Zeitgeistes, der sich ständig ablenken lässt. Daher ist es spannend zu fragen: Was machen sie mit uns und unserer Art zu denken?

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Warum Italiener mit den Händen sprechen (und Skandinavier nicht)

Posted on May 7, 2014 by

mit den Händen sprechen

Photo by Haraldo Ferrary / CC 2.0

 

When the moon hits your eye like a big pizza pie

That’s amore…

 

Liebe. Raserei. Leidenschaft. Italiener sind bekannt für ihre ausdrucksvolle Körpersprache und Handgestik. Als ob die Gefühle, die in ihnen hochkochen nicht allein durch Worte ausgedrückt werden können, sondern zusätzlich einen warnenden Zeigefinger, eine flehenden Geste gen Himmel oder einer geschüttelte Faust verlangen.

Bei Skandinaviern ist das anders.

Wenn man traditionelle Stereotypen zu Rate zieht, sind unsere nordischen Brüder und Schwestern eher rational und reserviert. Das heißt nicht, dass ihnen extreme Emotionen fremd sind – nur, dass sie eher nicht dazu neigen, diesen körperlich Ausdruck zu verschaffen.

Ja, hierbei handelt es sich um kulturelle Klischees, obwohl wohl wenige Menschen bestreiten würden, dass Italiener dazu tendieren, ihre Hände zur Hilfe nehmen, um sich auszudrücken. Aber was ist, wenn dem Ganzen ein biologischer Imperativ zugrunde liegt? Was, wenn Gebärden zur Entwicklung unseres Gehirns beitragen? Was, wenn es eine Verbindung gibt zwischen der Art und Weise, wie wir unsere Hände benutzen und wie wir Probleme lösen?

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Die englischen Sprach-Wachen

Posted on April 25, 2014 by

Foto von Elias Gayles / CC 2.0

Studenten lernen Englisch, Wörterbücher versuchen, korrekte Sprache festzulegen und zu erläutern. Medien veröffentlichen Stil-Führer für gute und richtige Sprache, und Regierungen versuchen, zur korrekten Sprache zu erziehen.

„Richtiges Englisch“ ist noch immer ein begehrenswertes Gut – und ein großes Geschäft. Wer bestimmt also über „richtiges Englisch“?

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