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Fremdwörter der eigenen Muttersprache: Hintergrundgeschichte zum Deutsch-Dialektekurs

Posted on January 7, 2013 by

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“Wos babbelscht’n du do?” Deutsch ist nicht gleich Deutsch. Kaum reist man von Hamburg nach München oder von Köln ins Allgäu – schon versteht man die eigene Muttersprache nicht mehr. Zu verdanken haben wir das den Dialekten, deren Ursprung in einer Zeit liegt, in der es noch verschiedene germanische Stammesverbände gab, die erst viel später zu einem Deutschland wurden. Viele verschiedene Sprachen entwickelten sich zu einer großen Sprache, die jedoch in jeder Region auch ihre Eigenheiten behielt. Hör Dir Hessisch an.

So heißt ein Brötchen in Berlin Schrippe, in Schwaben Weckla und in Franken Semmela. Die Sachsen trinken nachmittags ein Schäälchen Heesen und essen ein Stück Eierschecke, während sich die Hessen lieber einen Kräbbel und ein Glas Äbbelwoi schmecken lassen. Und der Bayer freut sich abends auf seine Schweinshaxe oder ein deftiges Fleischpflanzerl und hat so gar kein Verständnis für Hallodris, die boafats durch die Gegend rennen.

Wir bei Babbel fanden diese Unterschiede und Eigenheiten so liebenswert, dass wir die Idee hatten, unseren Deutschlernern einen Einblick in die verschiedenen Mundarten ihrer Lernsprache zu geben. Das Ergebnis ist ein Kurs mit sechs großen Dialekten – und mit viel Ausbaupotential für weitere Dialekte. Hier lernt man nicht nur regionale Wörter für kulinarische Spezialitäten und das alltägliche Miteinander, sondern auch ein paar Charakterzüge ihrer Sprecher.

Während der Produktion des Kurses haben auch wir viel gelernt – und noch mehr gelacht. Die Gespräche in der Mittagspause fingen meist mit “Wo bist du eigentlich aufgewachsen?” an, gefolgt von “Hey, dann kannst du doch sicher auch einen Dialekt sprechen, oder?”. Auf diese Weise lernten wir nicht nur unsere Kollegen besser kennen, sondern auch noch eine ganze Menge ‘Fremdwörter’ der eigenen Muttersprache.

Als es dann an die Vertonung ging, lagen wir sprichwörtlich vor Lachen auf dem Boden. Manche Sätze mussten mehrfach eingesprochen werden, weil unsere Sprecher immer wieder von Lachanfällen geschüttelt wurden. Mit dem Ergebnis können wir aber mehr als zufrieden sein. Wir wünschen unseren Deutschlernen viel Spaß bei einer sprachlichen Entdeckungstour durch Deutschland!

Seit September 2011 arbeitet Maren bei Babbel im Content. Als Projektmanagerin hat sie unter anderem den Dialektkurs erstellt. Da sie selbst in Berlin aufgewachsen ist, ihre Mutter aber aus Hessen und ihr Vater aus Bayern kommt, hat sie schon früh die regionalen Unterschiede der deutschen Sprache kennengelernt. Verwandte in Sachsen und Thüringen und nicht zuletzt ihr Mann aus Franken haben dazu beigetragen, dass sie auch manchmal in Bayern eine Schrippe bestellt und in Berlin einen Kräbbel sucht…

Comments

Den Dialektkurs finde ich obercool. Da gibt’s ja sooo viele schöne Wörter.
Wie wär’s mit Schweizer-Deutsch? Das ist aber wieder eine eigene Sprache, die Grammatik ist da schon recht verschieden.

Überhaupt geniesse ich die Redewendungen und Sprichwörter in den verschiedenen Sprachen am Meisten. Was habe ich da schon gelacht! Einfach herrlich! Solche Lektionen dürft Ihr ohne weiteres noch mehr machen, die lockern das Programm wirklich auf!

Macht weiter so, hab Euch schon fleissig weiter empfohlen und auch verschenkt…

Vielen Dank für Eure so wertvolle Arbeit und habt Spass dabei! Wir haben den ja auch!

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