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Porträt: Martin – mit dem Motorrad um die Welt

Posted on August 19, 2015 by

Porträt

Wir präsentieren eine neue Folge unserer Babbel-Nutzer-Porträts – Auszüge aus ihrem Leben und ihre Gründe, eine neue Sprache zu lernen. Wenn auch du deine Geschichte erzählen möchtest, hinterlasse uns bitte einen Kommentar.

Dieses Mal stellen wir Martin Leonhardt vor. Ursprünglich aus Franken, ist der 36-Jährige Fotograf und Abenteurer seit mehr als zwei Jahren überall auf der Welt zu Hause. Im Moment reist Martin auf seinem Motorrad durch den Norden Brasiliens, genauer gesagt durch das Amazonas-Gebiet. Seine Erlebnisse, Eindrücke und Fotografien hält Martin in seinem Blog Freiheitenwelt.de fest. Hier erzählt er uns von seinen nächsten Projekten, was er am Reisen so liebt und weshalb es ihm wichtig ist, Fremdsprachen zu lernen.

 

„Meine aktuelle Reise hat am 1. Oktober 2013 in Chile begonnen. Ich bin auch davor schon oft und viel gereist, aber eine richtige Weltreise ist schon etwas anderes. Es war immer mein Traum, unseren Planeten auf eigene Faust zu erkunden, frei und ohne Zeitlimit. Es ist ein inneres Gefühl, dem ich einfach gefolgt bin – mein Herz wollte reisen, also reise ich.

Meine Route ist nur ungefähr abgesteckt, denn ich mag es nicht, zu sehr im Detail zu planen. Nach Chile, Bolivien (ein Traum für Motorradfahrer), Argentinien, Peru, Paraguay und Brasilien habe ich mir für meine Zeit in Südamerika noch vorgenommen, Venezuela, Kolumbien und Ecuador zu bereisen. Anschließend soll es durch die Länder Mittelamerikas, weiter über Mexiko, quer durch die USA und Kanada bis nach Alaska gehen. Und danach? Momentan denke ich über eine Reise durch Russland bis in die Mongolei nach. Andererseits würde mich auch der afrikanische Kontinent sehr reizen. Eines von beiden wird es wohl werden, aber das hängt natürlich auch von meinem bis dahin zur Verfügung stehenden Reisebudget ab. Einen festen Zeitplan habe ich nicht.

 

Die große Freiheit, die mir das Reisen gibt, genieße ich sehr. Ich bin mein eigener Boss und kann eigentlich täglich tun und lassen was ich will. Diese Art der Freiheit, die man im normalen Arbeitsalltag so nicht finden kann, habe ich ziemlich schnell sehr zu schätzen gelernt. Ich blicke mit offenen Augen auf unseren Planeten. Es ist etwas ganz Besonderes für mich, fremde Kulturen kennen zu lernen und auch zu leben. Dabei hilft es mir natürlich, wenn ich die Landessprache spreche. Seit inzwischen einem Jahr bin ich in Brasilien unterwegs und meine Portugiesischkenntnisse ermöglichen mir oft den Zugang zu Orten, die ich ohne die Sprache zu sprechen niemals bereisen könnte. Überhaupt sind mir persönliche Begegnungen und Gespräche beim Reisen sehr wichtig: ‘Willst du ein Land richtig kennenlernen – so musst du die Menschen kennenlernen!’ Worte eines Freundes von mir. Und genau so ist es!

Ich spreche Deutsch, “Fränkisch”, Englisch, Spanisch und meine Lieblingssprache Portugiesisch. Portugiesisch hört sich wunderschön an, ein bisschen wie Gesang, und macht mich einfach glücklich. Ähnlich geht es mir, wenn ich Spanisch höre.

Meine letzte Sprache, Portugiesisch, habe ich ausschließlich online mit Babbel gelernt. Babbel hat sich für mich als optimales Tool zum Studieren von Fremdsprachen erwiesen. Gerade wenn man viel unterwegs ist, bieten die Homepage und die App auf dem Smartphone wirklich hervorragende Möglichkeiten. Nach einigen Wochen hatte ich einen Grundwortschatz aufgebaut und die wichtigsten Grammatikregeln gelernt. 

Dann allerdings war es für mich wichtig, das Erlernte im wirklichen Leben, im Alltag anzuwenden. Ich bin dafür einfach auf die Straße gegangen und habe die Menschen zu den unterschiedlichsten Sachen befragt. Klar spricht man anfangs noch nicht perfekt – aber das wissen die Leute auch und sehen freundlich über Fehler oder eine falsche Aussprache hinweg. Mir persönlich geht es immer so, dass ich wesentlich mehr verstehe, als ich selber richtig sprechen kann. Da hilft es manchmal auch, einfach einen Stift in die Hand zu nehmen und verschiedene Sätze aufzuschreiben.

Es gibt beim Sprachenlernen natürlich auch frustrierende Momente, etwa wenn man ein Wort auf Teufel komm raus nicht im Kopf behalten kann und immer wieder die gleichen Fehler macht. Ich schreibe mir diese kleinen Stolpersteine dann immer in mein Notizbuch und über die Zeit verflüchtigen sich die Fehler. Bisher habe ich versucht, in jedem Land, das ich bereist habe, zumindest ein paar Wörter und Sätze in der Landessprache zu erlernen. 

 

Mein Blog Freiheitenwelt.de besteht nun schon seit mehr als fünf Jahren. Begonnen habe ich damit während meiner ersten Arktis-Expedition nach Grönland. Diese Reise war damals noch beruflich (ich habe als Elektroingenieur in der Polarforschung gearbeitet) und ich wollte eigentlich nur ab und an kleine Berichte vom endlosen Eis an meine Familie und Freunde schicken. Über die Zeit ist der Blog dann gewachsen und mittlerweile bereitet es mir große Freude zu sehen, wie die Seite wächst und gedeiht.

Ich werde oft gefragt, welches denn das schönste oder beeindruckendste Erlebnis auf meinen Reisen war, aber ich muss sagen, dass es das so nicht gibt. Oft sind es die kleinen Momente, die mich glücklich machen: Kurze, eigentlich unbedeutende Gespräche, die mich auf neue Gedanken bringen, eine Fahrt mit meinem Motorrad auf einem einsamen Highway, ein Foto von einem schönen und interessanten Menschen, ein gutes Mittagessen, eine Einladung auf ein Bier oder ein Glas Wein. Jeden Tag hundertprozentig zu (er)leben ist mir wichtiger, als nach besonderen Momenten zu suchen. Ich bin kein “Trophäenjäger”. Man muss die Welt mit offenen Augen sehen, um sie richtig zu verstehen.”

 

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