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Socken, Sandalen und Sombreros in Spanien: Babbel deckt sieben Urlaubssünden auf

Posted on June 18, 2015 by

Spanien

Die praktische Spanien-Checkliste für reisende Deutsche

Spaniens Reiz als Urlaubsland ist offensichtlich – Sonne, Strand, Meer und Sangría kommen einem sofort in den Sinn. Weniger klar ist dagegen, wie man die Vorzüge Spaniens genießt, ohne in mögliche Fettnäpfchen zu treten oder gar Touristen-Fallen zu tappen.

Wir bei Babbel befürworten schon seit jeher nicht nur Reisen und Spaß, sondern auch die Pflege von internationalen Beziehungen. Deshalb haben wir, neben speziellen Urlaubskursen, hier  auch einige nützliche Tipps von unseren Spanien-Experten gesammelt. Vielleicht geht ja auch deine nächste Reise nach Spanien, dann kannst du die folgenden Hinweise direkt anwenden. Wir wünschen schon mal viel Spaß im Urlaub!

 1. Steifes Händeschütteln.

Abgesehen von einem festen Handschlag unter Männern begrüßt man sich in Spanien meist mit zwei ‘besos’, links und rechts, auf die Wange. Das gilt für Familie und Freunde ebenso wie für Menschen, die sich gerade erst kennengelernt haben. Schüchternheit und förmliches Händeschütteln sollte man daher am besten zu Hause lassen und stattdessen lieber ein bisschen eigenes spanisches ‘temperamento’ entfachen.

2. Socken und Sandalen.

Im Urlaub kann man endlich so (nach)lässig herumlaufen, wie man möchte, denn es ist freilich keine Schande, wie ein ‘turista’ auszusehen. Andererseits könnte man dadurch ein willkommenes Opfer für Taschendiebe werden, denn Touristen sind oftmals leichte Beute und durch die Sandalen-Socken-Kombination in Spanien schnell zu identifizieren. Daher gilt es, vor allem in Urlaub-Hotspots, besonders aufmerksam zu sein und auf seine Habseligkeiten zu achten.

3. Knalliges Krebsrot.

Unter der heißen spanischen Sonne werden winterbleiche Mitteleuropäer ohne ‘crema solar’ oft eher knallrot als knackig braun. Abgesehen von gesundheitlichen Aspekten, wird man durch ein leuchtendrotes Gesicht auch recht einfach als Tourist erkannt. Da kann man dann auch gleich Socken und Sandalen tragen (siehe 2.).

4. Ungeduld.

Bloß nicht aufregen, nur weil der Bus nicht pünktlich kommt. Man ist ja schließlich im Urlaub. Es kann also ruhig eine kleine ‘siesta’ eingelegt werden und notfalls wartet man eben bis ‘mañana’. Pünktlich zum Abendessen kommt man in Spanien sowieso, denn hier wird frühstens um 21:00 Uhr gegessen – wenn man Glück hat! Und falls die Bestellung etwas länger dauert, sollte man sich währenddessen einfach zurücklehnen und  entspannt ein kühles ‘cerveza’ in der spanischen Abendsonne genießen.

5. Was der Bauer nicht kennt…

Im Spanienurlaub das gute alte Schnitzel mit Pommes genießen? Bitte sehr. Viel schöner, spannender und günstiger sind dagegen kleine Lokale und Tapas-Bars jenseits der Touristen-Plätze, die leckeres regionales Essen anbieten. Wie wäre es etwa mit ‘una tapa de boquerones’ (einer Tapas(-portion) Sardellen)? ¡Muy bien! Und vielleicht einen köstlichen ‘café cortado’ zum Nachtisch? ¡Muchas gracias!

6. Alle Spanier sind…

stolz, lieben Stierkämpfe und tragen Sombreros? Solche Vorurteile können getrost zu Hause bleiben, denn Sombreros gehören nach Mexiko und Stierkämpfe sind hier durchaus umstritten. Besonders bei politischen Themen ist die Gefahr für Fettnäpfchen groß, denn Spanien ist ein politisch, kulturell und historisch vielfältiges Land, was immer wieder zu hitzigen Diskussionen führen kann. Daher kann es nicht schaden, sich vor dem Urlaub ein bisschen in die Besonderheiten der Urlaubsregion einzulesen.

7. Ängstlich sein.

Niemand erwartet eine grammatikalisch richtige und akzentfrei vorgetragene Rede über die architektonische Schönheit der ‘Sagrada Família’. Unbestreitbar ist aber, wie stolz und glücklich man sich fühlt, in der Landessprache nach dem Weg zu fragen oder etwas zu Essen zu bestellen. Selbst wenn man bei der Frage nach einem ‘desierto’ kein Dessert, sondern einen verwunderten Blick erhält, sollte man sich von diesem ‘falschen Freund’ nicht entmutigen lassen (‘el desierto’ bedeutet nämlich ‘die Wüste’, das Dessert dagegen heißt ‘el postre’), sondern gemeinsam mit dem netten ‘camarero’ darüber schmunzeln. Helfen können hier spezielle Urlaubskurse, mit denen man die wichtigsten Sätze und Redewendungen einfach vor dem Urlaub lernen kann.

Comments

Hallo Nele,

Mit dem ersten Absatz stimme ich auch nicht überein, es ist in Spanien vielleicht unter jungen Leuten wenn man locker ausgeht. Ich würde aber bestimmt nicht meinem Vermieter Küsschen gebe und auch bestimmt kein Spanier. Mein Kollege (Spanier) gibt seinem Schwiegervater die Hand und seiner Schwiegermutter Küschen.

Viele Grüße
Knut

Zum Thema “Mut, die Sprache zu benutzen”: 7a) Auch nicht entmutigen lassen, wenn das Gegenüber auf Deutsch antwortet. Als mir das in Belgien ein paar mal passiert ist, dachte ich zuerst, dass mein Niederländisch so schlecht sei, dass mich der Gesprächspartner nicht weiter zwingen wollte, seine Muttersprache zu vergewaltigen. Erst später wurde mir klar, dass das vielleicht auch eine Geste der Freundlichkeit war, im Gegenzug auf meine (am Akzent wohl doch klar erkennbare) Muttersprache einzugehen.

Hallo!

die oben genannten Ratschläge gelten auch für andere Länder wie Italien – und ich finde, das Wichtigste ist, sich die Neugier und die Freude für und auf das Land und die Menschen zu bewahren.

Es ist unbedingt zu empfehlen, sich zumindest Grundkenntnisse in der Landessprache anzueignen, dadurch öffnet man sich nicht nur Türen, sondern in vielen Fällen auch Herzen! Es gibt nichts Schöneres.

Viele Grüße
Christine von
“Sprachenlernen leicht gemacht”

Ich bin fast jedes Jahr für längere Zeit auf Teneriffa .
Ich kann zwar nur ein wenig spanisch , bemühe mich aber
beim Einkaufen und beim Essen gehen , die Menschen mit meinem Spanisch anzusprechen und bekomme dafür meist ein freundliche Lächeln zurück . Und oft wurde ich auch freundlich verbessert und wir haben auch schon beide über meine mangelnde Aussprache gelacht . Das verbindet doch , oder etwa nicht ?
Das meint Gerhard .

Liebe Nele Lenz,
dem Ansatz, dass man peinliche Auftritte vermeiden und dem Gastland offen begegnen sollte, stimme ich gerne zu. Dem ersten Rat kann ich jedoch nicht folgen. Es ist nicht unbedingt nur deutschen Gepflogenheiten geschuldet, dass manche Menschen lieber ein wenig körperliche Distanz zu anderen halten. Ich finde es daher überhaupt nicht problematisch, wenn man als Tourist in Spanien wildfremde Menschen nicht mit “besos” begrüßt, sondern erstmal freundlich nickt, winkt oder eben Hände schüttelt. Man sollte trotz Aufgeschlossenheit gegenüber dem Gastgeber noch authentisch bleiben dürfen. Übertriebene und nicht wirklich gefühlte Anpassung an die Sitten des Gastgebers können peinlicher wirken als eine freundlich dargebotene “Andersartigkeit”. Ob man ein Bussi-Bussi-Typ ist oder nicht, hängt nicht davon ab, wo man sich befindet.
Viele Grüße
Heike Höhne

..am Ende von Punkt 3 sollte wohl “(Siehe 2.)” stehen

😉

Danke für den Hinweis,
das haben wir jetzt geändert!

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