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language learning in the digital age

Warum lernen wir wirklich Fremdsprachen? Nutzerumfrage

Posted on June 18, 2014 by

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Wenn du gerade eine Sprache lernst, nimm dir kurz Zeit, um folgende Frage zu beantworten: Warum?

Diese Frage wurde kürzlich unter ökonomischen Gesichtspunkten gestellt. „Freakonomics” startete das Ganze mit einem Podcast, der die finanziellen Vorteile des Sprachenlernens hinterfragte. Im Prospero Blog des „Economists”, stellte Robert Lane Greene die Behauptung auf, der finanzielle Nutzen sei höher als zuvor angenommen und variiere stark, je nach Sprache.

Es lohnt sich, das zu diskutieren – obwohl es einen irgendwie traurig macht, die Schönheit (und den nicht messbaren Wert) des Erlernens einer neuen Sprache auf wirtschaftliche Rentabilität zu reduzieren. Aber wie entscheidend ist dieser Faktor? Für welche Altersgruppen und Nationalitäten spielt er eine Rolle? Was sind die wichtigsten Gründe, die Leute dazu bewegen, eine neue Sprache lernen zu wollen?

Dies sind Fragen, die uns stetig beschäftigen, daher haben wir uns Anfang des Jahres damit an unsere Nutzer gewandt.

Die Ergebnisse der Babbel-Nutzerumfrage liegen jetzt vor. Insgesamt gab es über 5000 Teilnehmer aus sechs verschiedenen Ländern: Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien, Italien und den USA. Wir fragten dabei nach der Motivation der Nutzer, eine Sprache zu lernen und nach ihren Lerngewohnheiten und analysierten die Ergebnisse in Bezug auf Alter und Land.

 

Reisen, Sprachinteresse – und kognitives Training

Als Antwort auf die Frage, warum sie sich entschieden haben eine Sprache zu lernen, konnten die Umfrageteilnehmer bis zu drei Gründe angeben. Die zwei meistgenannten, „um sich besser auf Reisen zu verständigen” (26%) und „aus Interesse an der Sprache” (22%) waren keine Überraschung.

Die dritthäufigste Antwort, „um sich geistig fit zu halten” (17%), offenbart, wie schnell sich die Einstellung zum Sprachenlernen verändert.

Der laufende Fortschritt im Bereich der Neurowissenschaft hat zu einer Fülle von positiven Studien über das Sprachenlernen geführt, die zeigen, wie es kognitive Abläufe steigern, den Alterungsprozess des Gehirns verlangsamen und Demenz verzögern kann. Dies führte im Gegenzug dazu, dass „Gehirntrainings”-Firmen, wie Lumosity und Fit Brains aus dem Boden schossen und die Vorteile des Sprachenlernens und kognitiven Trainings für die Gesundheit betonten.

Sprachen zu lernen wird zunehmend als ein direktes Hilfsmittel zur persönlichen, kognitiven Weiterentwicklung verstanden.

Das Alter ist hier natürlich ein entscheidender Faktor: Mehr als 30% der Leute über 70 nannten das Sprachenlernen als Möglichkeit, sich geistig fit zu halten, während nur 5% der Leute unter 18 diese Angabe machten.

 

Französische Disziplin, Deutsches Laissez-faire

Im Gegensatz zu den Stereotypen von deutscher Effizienz und französischem Müßiggang, gaben 60% der französischen Nutzer an nach einem „festgelegten Rhythmus” zu lernen. Bei den deutschen Nutzern waren es nur 38%. Die Franzosen führen auch das Feld an, wenn es darum geht, täglich zu lernen (23%).

Das französische Schulsystem mit seinem Fokus auf Disziplin und regulären Unterrichtsstunden könnte dafür verantwortlich sein. Diese Theorie wird aber auch durch einen anderen, ziemlich charmanten Beweis untermauert – die hohe Anzahl der französischen Sprachenlerner, die uns schreiben, um sich dafür zu entschuldigen, dass sie in letzter Zeit zu wenig geübt haben.

 

Geld regiert die Welt

Wie viele Leute sind also de facto motiviert, eine Sprache (vielleicht auch nur indirekt) aufgrund finanzieller Vorteile zu lernen?

Diejenigen, die angaben, „für die Arbeitssuche” zu lernen gehören wohl dazu. Wenn wir großzügig sind, können wir auch diejenigen in die Gruppe aufnehmen, die „für die Arbeit” lernen, um dadurch ihre Chancen auf eine Beförderung oder eine bessere Position zu erhöhen.

Wenn wir diese beiden Faktoren zusammen nehmen, sind italienische Nutzer ganz oben auf der Liste (18%), gefolgt von den deutschen (12%) und französischen Nutzern (10%). Das Schlusslicht bilden die Amerikaner mit nur 5%.

Es bleibt aber anzumerken, dass unter den Babbel-Nutzern andere Beweggründe, wie, „um sich auf Reisen besser zu verständigen”, „aus Interesse an der Sprache” und „um sich geistig fit zu halten” weitaus verbreiteter sind.

 

 

 

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