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language learning in the digital age

Wie Babbel traditionelle Sprachkurse ergänzen und Integration fördern kann

Posted on Dezember 7, 2018 by

Zach arbeitet im Communications-Team von Babbel. Gemeinsam mit Akademikern und Akademikerinnen verschiedener Fachrichtungen ist er verantwortlich für sprachwissenschaftliche Forschungsprojekte. Hier beschreibt er eine jüngste Fallstudie, die er zusammen mit einem Forschungsteam der Universität Göteborg in Schweden durchgeführt hat. Ihre Resultate zeigen, wie die Nutzung mobiler Sprachlern-Apps die traditionellen Sprachkurse für Migranten und Migrantinnen ergänzen kann.

Wie viele Babbel-Nutzende weiß ich aus erster Hand, wie wichtig es ist, die lokale Sprache zu lernen, wenn man sich in eine neue Kultur integrieren will. Ich bin vor sechs Jahren, im Alter von 27, nach Berlin gezogen. Zu dieser Zeit beschränkten sich meine Deutschkenntnisse auf das passive Verständnis einer Handvoll Lehnwörter (Kindergarten, Doppelgänger), Essen und Getränke (Wiener Schnitzel, Lager) und verwandter Wörter (Baby, Vitamine). Ich erkannte schnell, dass das nicht ausreichen würde, um eine Wohnung oder einen Job zu finden und wirklich in meiner neuen Heimat anzukommen. Die Deutschkurse für Anfänger, die ich belegte, und die viele Zeit, die ich damit verbrachte mit Tandempartnern zu üben, gaben mir eine solide Grundlage. Aber mit einem Vollzeitjob und anderen Verpflichtungen waren meine Fortschritte langsamer, als ich es mir erhofft hatte. Nachdem ich anfing bei Babbel zu arbeiten, fragte ich mich, ob das Lernen mit einer App für mich hilfreich sein könnte. Und darüber hinaus: Kann mobiles Lernen jenen, die durch Konflikte oder Katastrophen aus ihren Heimatländern vertrieben wurden, dabei helfen sich schneller zu integrieren?

Dr. Linda Bradley, Dozentin für Hochschuldidaktik an der Universität Göteborg, Schweden, teilt mein Interesse daran, wie mobiles Lernen Inklusion vorantreiben und erleichtern kann. Linda betont, wie wichtig das Sprachenlernen für ihre neuen Mitmenschen ist. Sie erklärt: „Für Migranten, die in ein Land mit einer wenig verbreiteten Sprache wie Schwedisch kommen, ist das Lernen dieser Sprache ein essenzieller Schritt zur Integration in unsere Gesellschaft. Aus diesem Grund investiert die Regierung in Schwedischunterricht für Geflüchtete und Migranten.“ Jedoch kann nicht jeder an diesen Kursen teilnehmen oder möchte vielleicht mehr Input bekommen, als es der Stundenplan vorsieht. Ihnen, so glaubt Linda, hilft das vielfältige Angebot mobiler Sprachlern-Apps. „Idealerweise bringen mobile Applikationen mehr als nur Grammatik und Vokabeln bei, sie bieten darüber hinaus auch kulturell relevante Informationen.“

Für ein Land mit einer relativ kleinen Bevölkerung ist Schweden erstaunlich divers. Etwa 17 Prozent der Bevölkerung ist im Ausland geboren. Jedes Jahr ziehen mehr als 100.000 Menschen nach Schweden, für einen Job oder aus familiären Gründen. Zusätzlich hat Schweden in den letzten fünf Jahren 600.000 Geflüchtete aufgenommen.

Linda leitet zurzeit ein Projekt zur Entwicklung mobiler Sprachlern-Apps für neu angekommene arabischsprachige Migrierte in Schweden, mit besonderem Fokus auf pädagogische Ansätze in digitaler Technologie zum Lernen der schwedischen Sprache und Kultur. „Das Minclusion-Projekt widmet sich digitaler Sprachentwicklung und interkultureller Kommunikation“, sagt Linda. „Die Partnerschaft mit Babbel war eine großartige Gelegenheit, um zu untersuchen, welche Rolle kommerzielle Sprachlern-Apps wie Babbel in den Lernstrategien von Migranten spielen können.“

Die Fallstudie: „Mobiles Sprachenlernen für Integration“

Linda und ihr Team von der Universität Göteborg und der Technischen Hochschule Chalmers entwickelten eine Fallstudie, um zu untersuchen, wie effektiv Babbel für das Lernen von Schwedisch ist. Eine Versuchsgruppe und eine Kontrollgruppe wurden zufällig unter 52 Teilnehmenden eines Abendkurses „Schwedisch als Fremdsprache“ für Erwachsene ausgesucht. Die Versuchsgruppe nutzte Babbel zwölf Wochen lang parallel zu einem Semester Sprachunterricht. Die Mehrheit der Teilnehmenden hatte zuvor nicht länger als sechs Monate in Schweden gelebt.

Zum ersten Mal in einer Studie von Babbel, nutzten die Teilnehmenden die App in einer Ausgangssprache, die sie zwar beherrschen, die aber nicht ihre Muttersprache ist. In diesem Fall war es Englisch. Um sicherzustellen, dass alle Teilnehmenden in der Versuchsgruppe Babbel auf Englisch nutzen können, um Schwedisch zu lernen, mussten sie mindestens ein Englisch-Level von B2 nach GER (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen, der europäische Standard zur Einschätzung von Sprachfertigkeit) nachweisen. Unter den Teilnehmenden wurde eine Vielzahl von verschiedenen Muttersprachen gesprochen – insgesamt waren es 19.

Die Teilnehmenden in der Versuchsgruppe nutzten Babbel zusätzlich zu ihrem Schwedischkurs. Sowohl Versuchsgruppe als auch Kontrollgruppe machten jeweils zum Anfang und Ende der Studie einen mündlichen Test und einen Vokabeltest. Diese Tests basierten auf dem Stundenplan und den pädagogischen Zielen ihres Sprachkurses.

Insgesamt verbesserten diejenigen in der Versuchsgruppe, die Babbel nutzten, ihr Verständnis von schwedischen Substantiven, Adjektiven und Adverbien. Darüber hinaus machten diejenigen, die Babbel ausgiebig nutzten größere Fortschritte und verbesserten ihre Betonung und Satzmelodie. Das schließt die nicht-englischen Muttersprachler der Versuchsgruppe ein, die erfolgreich in der Lage waren, Englisch als Ausgangssprache zu nutzen, um ihr Schwedisch zu verbessern.

Linda berichtet, dass die Nutzererfahrung insgesamt positiv war. Als es darum ging mit Babbel auch nach der Studie Schwedisch zu lernen, zeigte sich eine Mehrheit der Teilnehmenden in der Versuchsgruppe interessiert, weiterhin die App nutzen zu wollen. Die Datenanalyse von Babbel für die Kohorte bestätigt dies. Ein Studienteilnehmer aus Uganda, der nahezu ein ganzes Jahr nach der Studie immer noch aktiv mit Babbel lernt, hat uns neulich ein E-Mail geschickt, um zu sagen: „Ich genieße es sehr die App zu nutzen. Sie ist nutzerfreundlich und behält auch bei vielen Lerninhalten eine hohe Qualität bei.“

Lena, Editorin für Schwedisch im Didaktik-Team von Babbel, stand während der Studie mit den Teilnehmenden in Kontakt. Sie hat das Gefühl, dass die Bandbreite an Lerninhalten für Schwedischlernende essenziell ist, um ihr Interesse hochzuhalten und sie weiter zu motivieren. „Die Sprachkurse von Babbel präsentieren eine Fülle von Themen – von kulturellen Besonderheiten wie Essen und Feiertagen bis zu Arbeitssituationen. Die Vielfalt der Lerninhalte ermöglicht den Lernenden auszuwählen, womit sie sich je nach Interesse oder Lernbedürfnis beschäftigen möchten“, sagt Lena. „Das Wichtigste ist, dass unsere Lektionen auf Situationen aus dem echten Leben basieren.“

Die Studienteilnehmenden waren nicht die einzigen, die profitierten: Das Product-Team von Babbel und die Sprachlernexpertinnen konnten auch eine Menge nützlicher Einblicke in Bezug darauf sammeln, wie wir die App verbessern können. Wie mir Elin erzählte – die zusammen mit Lena als ProjektManagerin für Schwedisch bei Babbel arbeitet –, bieten partnerschaftliche Forschungsprojekte wie diese eine wertvolle Gelegenheit, um zu reflektieren, wie die Lernerfahrung für alle Babbel-Nutzenden verbessert werden kann.

„Es ist immer aufschlussreich zu sehen, wie Lernende sich mit dem Produkt auseinander setzen. Wir bekommen viel positives Feedback zu den Kursinhalten, aber auch viele Verbesserungsvorschläge“, erzählt mir Elin. „Viele dieser Ideen passen zu dem, woran wir bereits arbeiten: kürzere Lektionen mit mehr Abwechslung, eine einfachere Auswahl des richtigen Kurses für das richtige Level und mehr Hilfe bei der Etablierung eines gesundes Lernverhaltens. Viele dieser Dinge stehen gerade auf die eine oder andere Weise auf unserer Agenda. Es ist großartig zu sehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, wenn es um die Lernziele unserer Nutzenden geht.“

Der abschließende Bericht liefert einen tiefergehenden Einblick, wie die Teilnehmenden der Integrationskurse für Migranten in Schweden Babbel genutzt haben, um ihren traditionellen Unterricht mit einer Sprachlern-App zu ergänzen.

Das Forschungsteam für dieses Projekt:

Linda Bradley
Linda Bradley, Leitende Wissenschaftlerin,

Universität Göteburg


Sylvi Vigmo
Sylvi Vigmo, Leitende Wissenschaftlerin,
Universität Göteburg




Khaled Al-Sabbagh, PhD-Kandidat, Universität Göteborg