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Valentinstagsgeschichten aus Europa

Posted on February 13, 2015 by

Valentinstagsgeschichten

Valentinstag: der Tag der Liebe. Eigentlich sollte jeder Tag ein Tag der Liebe sein, aber da  Valentinstag der Tag ist, an dem sich Millionen von Menschen auf der ganzen Welt gegenseitig ihre Liebe erklären, hat er natürlich eine ganz besondere Bedeutung. Trotz des gängigen Gerüchts, dass sich Floristen und Konditoren diesen Feiertag nur ausgedacht haben, um mehr Blumen zu verkaufen (Wusstest du, dass dies der einzige Tag des Jahres ist, an dem Männer mehr Blumen kaufen als Frauen?), ist die Tradition des Valentinstags in Wirklichkeit hunderte von Jahren alt und geht auf das Fest des heiligen Valentin, Schutzpatron der glücklichen Ehe und Liebe, zurück. Hier sind ein paar interessante Valentinstagsgeschichten aus verschiedenen Ländern Europas…

 

Italien

Valentinstagsgeschichten

Diese Geschichte stammt aus einem der romantischsten Länder der Welt: Italien. Am 15. Februar pflegten die Römer ihre Götter zu ehren und baten sie, ihre Ernte und das Vieh zu schützen sowie um Wohlstand und Fruchtbarkeit. Am Abend zuvor – dem heutigen Valentinstag – haben Männer und Frauen ihre Namen in ein Gefäß gelegt und ein Kind bestimmte ein Paar. Beim anschließenden Festmahl feierte das Paar mit gemeinsamem Gesang und Tanz und lebte danach ein Jahr lang in innigster Vertrautheit zusammen. Im Jahr 496 nach Christus schaffte Papst Gelasius I. diesen heidnischen Ritus ab und ersetzte ihn durch einen Gedenktag an den heiligen Valentin.

 

England

Valentinstagsgeschichten

Anfang des 18. Jahrhunderts gab es in England den beliebten Brauch, dass Frauen am Vorabend des Valentinstags fünf Lorbeerblätter, die zuvor mit Rosenwasser besprüht wurden, an ihre Kopfkissen steckten. Eines wurde in der Mitte, und die anderen in jeder Ecke des Kissens befestigt. Vor dem Schlafengehen sagten die Frauen das folgende kleine Gebet auf: „Lieber Valentin, es wär so schön, könnt’ ich im Traum den Liebsten sehn.“ Wirkte der  Zauber, so sahen die Frauen ihre zukünftigen Ehemänner in ihren Träumen. Das sind doch mal wirklich ‚süße Träume‘, nicht wahr?

 

Frankreich

Valentinstagsgeschichten

Eine ziemlich ungewöhnliche (und auch etwas gemeine) Valentinstagstradition war in Frankreich die ‚Loterie d’amour‘ oder ‚Liebeslotterie‘. Alleinstehende Männer und Frauen drängten sich in zwei gegenüberliegende Häuser und riefen immer abwechselnd so lange einen Namen, bis alle einen Partner hatten. Männer, die mit ihrer ausgewählten Partnerin nicht zufrieden waren, konnten sie einfach für eine andere Frau verlassen. Nachdem die Partnerwahl beendet war, zündeten die übriggebliebenen Frauen ein riesiges Feuer an und verbrannten die Bilder der Männer, die sie verschmäht hatten. Dieser Brauch geriet derart außer Kontrolle, dass die französische Regierung sich gezwungen sah, ihn zu verbieten.

 

Deutschland

Valentinstagsgeschichten

Der Valentinstag wird in Deutschland immer beliebter, jedoch ist er noch nicht so kommerziell wie in anderen Teilen der Welt. Genau genommen haben  amerikanische Soldaten den Valentinstag nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland gebracht. Kann man sich denn eine schönere Art vorstellen, ein deutsches ‚Fräulein‘ zu bezaubern? Der erste Valentinstagsball fand 1950 statt, und seit jener Zeit werden am 14. Februar jedes Jahr  Blumen, Schokolade oder Geschenke in Herzform von verliebten Menschen verschenkt. Du findest Blumen und Schokolade nicht originell genug? Na dann sei doch kreativ und schenke deinem Valentinsschatz ein Schwein (natürlich kein echtes)! Auch wenn Schweine in Deutschland als Glücksbringer gelten, kann eine solche romantische Geste in anderen Ländern voll nach hinten losgehen – die Reaktion von deinem Schatz, wenn er ein Schokoladenschwein bekommt, könnte also ganz anders ausfallen als erhofft.

 

Polen

Valentinstagsgeschichten

Viele Polen machen eine romantische Pilgerfahrt nach Chelmno, eine Kleinstadt etwa 50 Kilometer nordwestlich von Lodz am Ufer der Weichsel, die auch als ‚Stadt der Verliebten‘ bekannt ist. Warum? Eine kleine Pfarrkirche stellt hier seit Kurzem eine Reliquie aus, die angeblich vom heiligen Valentin stammt. Die Reliquie, ein Schädelfragment, wird in einem silbernen Reliquienschrein aus dem Jahr 1630 aufbewahrt. Ob wahr oder nicht, es hält die Menschen nicht davon ab, nach Chelmno zu reisen, um sich gegenseitig ihre Liebe zu erklären. Und darauf kommt es doch schließlich an, nicht wahr?

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